Vom Hausbesuch zur eigenen Praxis: Physio Mülheim eröffnet Standort in der Kruppstraße
Nach einer Mitteilung auf openPR.de ist Physio Mülheim vom mobilen Physiotherapieangebot zur festen Praxis gewachsen.
Jörn Röttger, Physiotherapeut und Experte für evidenzbasierte Praxis·aktualisiert 26. August 2026

Abbas Hajj und Jamil Oneissi starteten Anfang 2025 mit Hausbesuchen in Mülheim an der Ruhr; inzwischen arbeiten sie in eigenen Räumen in der Kruppstraße 186. Für Patientinnen und Patienten bedeutet das: Behandlung, angeleitetes Training und Prävention lassen sich an einem Standort enger verbinden – Hausbesuche im Stadtgebiet bleiben trotzdem möglich.
Mehr als ein Raum mit Behandlungsliege
Die neue Praxis verfügt über separate Behandlungsräume und einen eigenen Trainingsbereich. Angeboten werden unter anderem Krankengymnastik, Manuelle Lymphdrainage, klassische Massage, Sportphysiotherapie, Kinesiotaping und Rehabilitationsbegleitung. Auch Beschwerden im Zusammenhang mit einer Craniomandibulären Dysfunktion gehören zum genannten Spektrum.
Das ist organisatorisch ein relevanter Schritt. Mobile Versorgung löst ein konkretes Problem: Menschen erreichen die Praxis nicht oder nur schwer. Sie ersetzt aber nicht automatisch jede Möglichkeit, die ein fester Standort bietet. Training mit Geräten, abgestufte Belastungssteuerung und die Begleitung zurück in den Alltag brauchen Platz, Material und eine verlässliche Umgebung. Ein Wohnzimmer ist dafür manchmal schlicht ein schlechter Trainingsraum. Das ist keine Abwertung des Hausbesuchs, sondern Biomechanik mit Bodenhaftung.
Am Standort werden individuelle Trainingspläne sowie Präventions- und Gesundheitskurse angeboten. Ergänzend nennt Physio Mülheim medizinisches Gerätetraining und gerätegestützte Anwendungen wie BetterPelvi, AIRIS Health Gaming, BLACKROLL Compression Boots und einen Rollmassagestuhl. Entscheidend bleibt dabei die Einordnung: Ein Gerät ist kein Therapiekonzept. Es kann eine Behandlung oder ein Training unterstützen, ersetzt aber weder Befunderhebung noch Belastungsplanung noch die aktive Mitarbeit.
Was Patientinnen und Patienten jetzt praktisch prüfen sollten
Wer eine Behandlung sucht, sollte nicht nur auf die lange Angebotsliste schauen. Die erste Frage ist einfacher: Passt der Versorgungsort zur aktuellen Belastbarkeit?
Für Menschen, die den Weg zur Praxis aus gesundheitlichen Gründen nicht bewältigen können, bleiben Hausbesuche innerhalb Mülheims Bestandteil des Angebots. Wer dagegen aktiv trainieren oder die Rückkehr in Alltag und Sport strukturierter angehen möchte, kann die Möglichkeiten des festen Trainingsbereichs nutzen. Vor der Terminvereinbarung lohnt es sich deshalb, das konkrete Ziel zu benennen: Geht es um Krankengymnastik, Lymphdrainage, CMD-Beschwerden, Rehabilitation oder ein angeleitetes Training?
Auch die organisatorische Seite ist klarer geworden. Laut Mitteilung gibt es kostenlose Parkplätze direkt am Gebäude. Einen ersten Eindruck von Empfang, Behandlungsräumen und Trainingsbereich soll ein interaktiver 360-Grad-Rundgang auf der Website von Physio Mülheim vermitteln. Terminanfragen sind über die Website, telefonisch oder per WhatsApp möglich.
Der interessante Teil: mobil bleiben, ohne auf Struktur zu verzichten
Physio Mülheim positioniert sich damit nicht als reine Praxis und auch nicht mehr als reines Hausbesuchsmodell. Beides wird kombiniert. Das ist für die Versorgung interessant, weil Patientinnen und Patienten nicht zwangsläufig in ein starres Entweder-oder gedrängt werden: Entweder Behandlung zu Hause oder Termin in der Praxis. Je nach gesundheitlicher Situation kann der Schwerpunkt wechseln.
Für uns in der Physiotherapie ist genau diese Schnittstelle entscheidend. Behandlung muss zur Belastungstoleranz passen. Ein fester Standort erweitert die Optionen, aber er macht die Therapie nicht automatisch besser. Besser wird sie dort, wo Befund, Ziel, aktive Übungen und alltagstaugliche Umsetzung zusammenpassen. Die neue Praxis in Mülheim schafft dafür mehr räumliche Möglichkeiten. Ob diese im Alltag sinnvoll genutzt werden, zeigt sich nicht am Rollmassagestuhl, sondern an der Qualität der Versorgung.